Letzte Aktualisierung am 04. April 2025
In aller Kürze
- Der CDP-Fragebogen dient der Offenlegung von Umweltfaktoren wie Klimawandel, Biodiversität und Kunststoffnutzung
- Unternehmen müssen ihre Daten zu Scope-1, -2 und -3-Emissionen verifizieren und die CDP-Anforderungen erfüllen
- Gute Nachrichten für den Fragebogen in 2025: Keine großen strukturellen Änderungen, sondern nur kleinere Anpassungen zur Verbesserung von Klarheit und Benutzerfreundlichkeit
- CDP fordert weiterhin eine starke Ausrichtung an den IFRS S2 und der EU-Richtlinie CSRD
- Eine frühzeitige Gap-Analyse und strukturierte Datenerhebung verbessern die Punktzahl
- Die Nutzung von ESG-Software wie Sunhat kann den Bearbeitungsprozess deutlich vereinfachen und Fehler reduzieren
Der CDP-Fragebogen dient dazu, Unternehmensdaten zu Umweltfaktoren wie Klimawandel, Wassersicherheit, Entwaldung, Kunststoffnutzung und Biodiversität offenzulegen. Unternehmen, die zur Teilnahme eingeladen werden oder freiwillig teilnehmen, können sich über das Online Reporting System (ORS) einloggen und den Fragebogen beantworten.
Das CDP-Rating ist für viele Unternehmen eine jährliche Herausforderung. Mit der diesjährigen, geplanten Öffnung des CDP-Portals Mitte Juni beginnt jetzt die heiße Phase der Vorbereitung.
Die gute Nachricht: Für 2025 gibt es keine großen strukturellen Änderungen am Fragebogen oder Scoring-Verfahren, sondern nur kleinere Klarstellungen und Verbesserungen! Nachhaltigkeitsteams sollten dennoch stets auf dem neuesten Stand bleiben.
Ziel des Artikels ist es, Nachhaltigkeitsmanager:innen praxisnahe Tipps zur effizienten Bearbeitung des CDP-Fragebogens zu geben. Eine gute Vorbereitung kann nicht nur das Scoring verbessern, sondern auch interne Prozesse optimieren und die ESG-Strategie stärken.
Warum der CDP-Fragebogen wichtig ist
Der CDP-Fragebogen spielt eine entscheidende Rolle für Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsleistung transparent machen und sich im Wettbewerb um Investoren und Stakeholder behaupten wollen. Dabei bietet er sowohl Chancen als auch Herausforderungen:
- ESG-Strategie & Transparenz: CDP ist ein zentraler Standard für Umweltberichterstattung und Nachhaltigkeitsbewertungen.
- Reputation & Marktstellung: Ein starkes CDP-Rating steigert das Vertrauen von Investoren, Kunden und Partnern.
- Aufwand im Vergleich zu EcoVadis: CDP ist detaillierter und datengetriebener, erfordert jedoch mehr Ressourcen für die Vorbereitung.
Praktische Tipps für eine effiziente Beantwortung des CDP-Fragebogens in 2025
1. Frühzeitig mit der Vorbereitung beginnen
Die Beantwortung des CDP-Fragebogens erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Abteilungen. Auch wenn die Einreichung erst Mitte September fällig ist, sollte der Vorbereitungsprozess frühzeitig starten. Eine strukturierte Planung hilft, Engpässe zu vermeiden und die Datenqualität zu verbessern.
A) Gap-Analyse: Wo gab es Lücken oder Probleme beim letzten CDP-Scoring?
Bevor Unternehmen mit der Datenerhebung beginnen, lohnt sich ein detaillierter Blick auf den zuletzt eingereichten Fragebogen und das CDP-Scoring. Wichtige Schritte:
- Bewertung der Vorjahresantworten: Welche Fragen wurden nur teilweise oder unzureichend beantwortet?
- Scoring-Analyse: Welche Aspekte haben zur Punktzahl beigetragen oder Abzüge verursacht?
- Vergleich mit aktuellen CDP-Anforderungen: Gibt es neue Schwerpunkte oder strengere Bewertungskriterien?
- Optimierungspotenziale identifizieren: Wo können Prozesse oder Datenqualität verbessert werden?
Unternehmen, die eine bessere Bewertung anstreben, sollten besonders auf Bereiche achten, in denen sie im letzten Jahr keine oder nur begrenzte Punkte erhalten haben – beispielsweise in der Klimastrategie oder der Verifikation von Emissionsdaten.
B) ESG-Daten sammeln & aktualisieren
Die ESG-Datenerhebung gehört zu den zeitintensivsten Schritten im CDP-Prozess. Besonders herausfordernd ist die Sammlung konsistenter und geprüfter Daten aus verschiedenen Unternehmensbereichen und externen Quellen:
- Relevante Datenquellen identifizieren: Welche Systeme (z. B. Energieberichte, Nachhaltigkeitsplattformen) enthalten benötigte Informationen?
- Scope-1, Scope-2 und Scope-3-Emissionen berechnen: Für viele Unternehmen wird die Erfassung und Validierung von Scope-3-Emissionen (indirekte Emissionen aus der Lieferkette) zur größten Herausforderung.
- Nachhaltigkeitskennzahlen standardisieren: Einheitliche Definitionen und Messmethoden erleichtern die Berichterstattung und verhindern Inkonsistenzen.
- Essential Criteria beachten: CDP gibt für verschiedene Fragen Mindestanforderungen vor, die Unternehmen erfüllen müssen, um Punkte zu erhalten. Beispielsweise erfordert eine Antwort zur Klimastrategie oft detaillierte Angaben zu Zielen, Maßnahmen und Fortschrittsmessung.
Tipp: Unternehmen mit komplexen Lieferketten sollten frühzeitig Kontakt zu Zulieferern aufnehmen, um notwendige Daten zur Scope-3-Bilanzierung zu erhalten.
C) Dokumente & Belege zusammentragen
CDP legt großen Wert auf die Verifizierung und Nachvollziehbarkeit der eingereichten Informationen. Daher ist es entscheidend, relevante Dokumente und Nachweise frühzeitig zusammenzustellen:
- Strategien & Richtlinien: Klimastrategie, Emissionsreduktionsziele, ESG-Richtlinien
- Zertifikate & Berichte: ISO-Standards, TÜV-Berichte, Science Based Targets (SBTi) Validierungen
- Risikobewertungen: Szenarioanalysen zu Klimarisiken, Lieferkettenrisiken, physische und transitorische Klimarisiken
- Verifizierte Emissionsdaten: Externe Prüfberichte für Scope-1, Scope-2 und idealerweise Scope-3
Besonders für Unternehmen, die eine CDP A-Bewertung anstreben, ist es wichtig, externe Verifizierungen vorweisen zu können. Ab 2024 ist die vollständige Verifikation von Scope-1- und Scope-2-Emissionen verpflichtend – wer eine A-Note erreichen möchte, muss zudem mindestens eine Scope-3-Kategorie extern prüfen lassen.
2. Wichtige Fristen im Blick behalten
CDP setzt eine einheitliche Deadline für alle Unternehmen fest. Auch wenn das genaue Datum für 2025 noch nicht veröffentlicht wurde, liegt die Frist in der Woche vom 15. September 2025.
Tipp: Planen Sie einen Sanity-Check 2-4 Wochen vor der Abgabe ein, um Fehler zu vermeiden!

3. Die häufigsten Fallstricke vermeiden
Viele Unternehmen verlieren wertvolle Punkte durch vermeidbare Fehler im Fragebogen. Achten Sie besonders auf folgende Stolpersteine:
- Nicht ausgefüllte Tabellen: Tabellen müssen vollständig ausgefüllt sein, sonst bleiben sie als „in Bearbeitung“ markiert.
- Korrekte Einheiten nutzen: Prüfen Sie, ob Ihre internen Daten mit den CDP-Vorgaben übereinstimmen.
- Antwortlogik beachten: Folgefragen können sich aktivieren, wenn Sie bestimmte Antworten geben.
Tipp: CDP wird verstärkt prüfen, ob Angaben zu klimabezogenen Risiken mit Finanzberichten und Nachhaltigkeitsstrategien übereinstimmen.
4. CDP-Guidance effektiv nutzen
CDP stellt ausführliche Leitfäden zu den einzelnen Fragekategorien bereit. Diese Guides helfen dabei, die Anforderungen besser zu verstehen und Antworten korrekt zu formulieren. Hier geht es zu den Leitfäden vom CDP Helpdesk.
Neue Schwerpunkte & Anpassungen für CDP 2025
Obwohl für 2025 keine großen Änderungen angekündigt wurden, sollten Sie folgende Entwicklungen im Auge behalten:
- Erweiterte Anforderungen für Klimawandel-Berichterstattung:
- CDP passt seine Scoring-Kriterien regelmäßig an. Unternehmen müssen verstärkt klimabezogene Risiken & finanzielle Auswirkungen offenlegen.
- CDP orientiert sich stärker an IFRS S2 und der EU-Richtlinie CSRD. Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihre Berichterstattung mit diesen Anforderungen übereinstimmt.
- Höhere Standards für Verifikation:
- Scope-1- und Scope-2-Emissionen müssen seit 2024 zu 100 % verifiziert werden.
- Neue Anforderung für die A-Liste: Wer auf die CDP A-Liste möchte, muss auch mindestens eine Scope-3-Kategorie extern prüfen lassen.
- Integration von Biodiversitäts- & Kunststofffragen:
- Unternehmen werden zunehmend verpflichtet, biodiversitätsbezogene Risiken und ihren Plastikverbrauch zu dokumentieren.
Warum eine ESG-Software den CDP-Prozess erleichtert
Die Beantwortung des CDP-Fragebogens ist aufwendig und erfordert eine präzise sowie konsistente Datenerfassung. Die ESG-Software von Sunhat unterstützt Unternehmen dabei, diesen Prozess effizienter zu gestalten und den Arbeitsaufwand deutlich zu reduzieren.
1. Automatisierte Datenverarbeitung & intelligente Verknüpfung
- Daten & Antworten für verschiedene Frameworks nutzen: Sunhat ermöglicht es, Antworten aus einem ESG-Framework, wie CDP oder ESRS, auch in anderen Frameworks mit ähnlichen Fragestellungen zu nutzen. Dadurch können bestehende Informationen gezielt wiederverwendet und doppelte Dateneingaben vermieden werden.
- Tagging & Suchfunktion: Durch die gezielte Verschlagwortung von Antworten können relevante Inhalte in kürzester Zeit gefunden und effizient genutzt werden.
2. Optimierte Zusammenarbeit & Fehlerreduktion
- Projektmanagement-Funktionen: Aufgaben lassen sich klar zuweisen, Fortschritte nachverfolgen und Fehler durch ein strukturiertes System vermeiden – ohne aufwendige Abstimmungen per E-Mail.
- Versionierung & Datenhistorie: Bereits abgegebene Antworten werden gespeichert und können für zukünftige Berichtszyklen nachverfolgt und angepasst werden.
Mit Sunhat können Sie den CDP-Prozess strukturierter und zeitsparender gestalten, Redundanzen vermeiden und Ihre ESG-Berichterstattung nachhaltig optimieren.
Fazit: Erfolgreich durch den CDP-Fragebogen 2025
Der CDP-Fragebogen bleibt eine wichtige Herausforderung für Unternehmen. Wer frühzeitig eine Gap-Analyse macht, die richtigen Daten & Dokumente bereitstellt und eine strukturierte Beantwortung sicherstellt, kann sein CDP-Rating verbessern.
Neu für 2025 zusammengefasst:
- Struktur bleibt stabil, keine großen Änderungen am Fragebogen oder Scoring.
- Fokus auf Klarheit und Nutzerfreundlichkeit – kleinere Anpassungen in Guidance und Modulen.
- Höhere Transparenz für Übergangspläne (z. B. Modul 5.2).
- Scoring bleibt gleich, Biodiversität & Plastik weiterhin unbewertet.
Jetzt vorbereiten & Fristen im Blick behalten!
Der CDP-Fragebogen 2025 muss von großen Unternehmen ausgefüllt werden, die entweder zur Teilnahme eingeladen werden oder freiwillig teilnehmen möchten. Besonders betroffen sind börsennotierte Unternehmen, Unternehmen aus ressourcenintensiven Branchen (wie Energie, Chemie und Automobilindustrie) sowie Unternehmen mit bedeutenden Umweltauswirkungen. Zudem können Unternehmen, die auf nachhaltige Investitionen abzielen, ebenfalls zur Teilnahme verpflichtet sein.
2025 müssen Unternehmen ihre Klimastrategien, Scope-3-Emissionen und Biodiversitätsaspekte detaillierter offenlegen und sicherstellen, dass ihre Berichterstattung mit IFRS S2 und der EU-CSRD übereinstimmt.
Die Frist für die Abgabe des CDP-Fragebogens 2025 liegt in der Woche vom 15. September, ein genaues Datum wird noch bekannt gegeben.
Scope-1-Emissionen entstehen direkt im Unternehmen, Scope-2-Emissionen durch den Stromverbrauch, und Scope-3-Emissionen umfassen die gesamte Lieferkette und externe Aktivitäten.